Und dann kam Ibraimi

8. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter:

Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, welche Schalker Spieler gegen den SC Freiburg eingewechselt werden respektive wer in der Startformation stehen wird. Wir waren zu fünfzehnt sechzehnt. Und wir haben versagt.

Ist das Spielchen nun so schwer oder ist Felix Magath zu schräg? Dass Jefferson Farfan unter der Woche nicht ganz fit war hatte jeder mitbekommen. Trotzdem hat ihn wohl jeder Tipper in der Startformation erwartet, als Tipp tauchte er jedenfalls nicht auf. Mit Baumjohann war es eben umgekehrt: Seiner war der meistgenannte Name auf den Einwechselspielerlisten. 9 der 16 Tipper vermuteten ihn zunächst auf der Bank, Magath stellte ihn neben Rakitic, was ich persönlich übrigens ahnte (*hüstel).

Edu und Mineiro wurden je achtmal genannt, Reginiussen sechsmal, Sanchez, sogar Zé Roberto und Asamoah standen auf den Listen; und dann brachte Magath Besart Ibraimi, was us.online zu wissen vorgab, der damit das Tipperfeld sprengte!

Den Titel des Magath-Into-The-Brain-Kuckers würde ich ihm für den einen Punkt noch nicht verleihen, trotzdem gebührt ihm der Ruhm des Siegers. Alleine gar, wenn man keinen Punkt dafür vergibt wenn nur zwei Wechsel angesagt wurden und es Magath auch bei zwei Wechsel beließ. Meines Erachtens ist der Tipp eines passenden Einwechselspielers viel schwieriger als „einen offen zu lassen“ und auf den Spielverlauf zu hoffen. Aber sollte das von den Mitspielenden anders gesehen werden kann ich die Tabelle gerne nochmal bearbeiten.

Hier also die ernüchternden Ergebnisse unserer Freitagsgedanken …


Är-ger-lich!

7. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter: ,

Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit eines Kampfspiels hätte Schalke 04 den Sieg verdient gehabt. Es blieb beim 0:0, darüber kann man sich ärgern, fluchen, man kann auf die Schiedsrichter schimpfen oder sich wie Rumpelstielzchen in der Mitte zerreißen. Man muss es trotzdem nehmen wie es ist.

Ja, die erste Hälfte gehörte dem SC Freiburg. Sie waren in fast allem besser. Schneller, aggressiver, sie spielten mit der nötigen Leidenschaft. Aber auch wenn es Drangphasen gab, auch wenn man zwischendurch den Eindruck hatte, dass Freiburg gleich zu seinem Tor kommen würde: Wirklich gute Chancen erarbeite sich Freiburg nicht, am Strafraum war’s in der Regel vorbei mit Sturm und Drang. Und so stand es nach je einem Pfostentreffer für jedes Team zur Halbzeit 0:0.

Die zweite Hälfte gehörte dann dem FC Schalke 04. Freiburg wurde der Schneid abgekauft, oder Freiburg hatte keine Kraft mehr, oder ein Mischung aus beidem. Jedenfalls waren nun die Schalker meist den entscheidenden Schritt schneller und bestimmten das Spiel.
Und Schalke hatte auch Chancen. Nicht nur Bordons Tor, dass ich als rechtmäßig auch erst in der Wiederholung erkannt haben. Kuranyi, Farfan, Höwedes; mehrere Male gab es eben nur den Ansatz von Jubel, bis der Schlusspfiff dem Hoffen ein Ende setzte.

Spielerisch war es von beiden Mannschaften eine schwache Partie. Weil Jefferson Farfan zunächst auf der Bank saß, klaffte rechts eine riesige Lücke. Ob Baumjohann dort hätte hineinstoßen sollen, ob Moritz oder Rafinha den rechten Flügel hätte beackern sollen: Geklappt hat es nicht. Kevin Kuranyi lief über das ganze Feld, kämpfte und holte Bälle, war aber häufig genau dann nicht in der Mitte zu finden, wenn der Ball doch mal dorthin kam.
Mit Farfan war in der zweiten Halbzeit die Aufteilung besser, trotzdem lief der Ball nicht gut, war alles zu ungenau. Also musste erarbeitet werden was zu erspielen nicht gelang. Was ja nicht schlimm ist. Was nur eben auch nicht zum Tor führte.

Zwei verlorene Punkte, wie schon gegen Bochum. Und wieder fällt Schalke auf den Schnitt von 2 Punkten pro Spiel zurück. Jammern auf hohem Niveau.

Einwechselspieler-Raten

5. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter:

Letzte Woche habe ich erstmals versucht Magaths Einwechselspieler vorherzusagen, aus Langeweile, nebenbei. Ich bin vollkommen gescheitert. Und zwei Mitorakelnde ebenfalls, Matthias in der Weide war mit einem Treffer noch der Einäugige unter den Blinden.
Die Frage nach der Startaufstellung stellt sich einem Fan ja quasi zwangsläufig. Farfan war krank und trainierte dann doch. Kluge war fit, brach aber gestern das Training ab. Setzt Magath weiter auf die zuletzt erfolgreiche Außenstürmer-Formation? Spielt Baumjohann endlich von Beginn an? Oder Rakitic? Oder beide?

Magath hat einen großen Kader, wenngleich er auch nicht so groß ist wie in den Zeitungen gerne bildhaft dargestellt wird. Einwechselspieler-Raten ist wie das Vorhersagen der Startaufstellung – nur hintenrum. Man kann sich Neuer, Bordon und Kuranyi sparen, und der Spielverlauf kommt als Zufallskomponente dazu. Das macht es herrlich sinnlos. Aber Gott, sinnlos ist so viel womit wir uns die Zeit vertreiben …

Reginiussen
Moritz
Edu

Pressekonferenz zum Spiel gegen den SC Freiburg

5. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter: ,

Felix Magath wirkt gelöst und spricht erstaunlich offensiv davon, in Freiburg gewinnen zu wollen, um sich die verloren Punkte aus dem Hinspiel „zurückzuholen“. Außerdem erklärt er sich zu der Entscheidung, Lewis Holtby nach Bochum auszuleihen, ohne dass man danach wirlich schlauer wäre als zuvor. Achja, und Farfan hat abends schon wieder mittrainiert, wird also voraussichtlich in Freiburg dabei sein können.


Bloggen ist Kopfsache

4. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter:

Und Ton in Ton ist schließlich erlaubt.


Medizinballtraining

3. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter:

Einen tragen, einen zwischen die Beine! Nicht absetzen!
Nie!


Holtby, Gavranovic und Magaths Casting-Show

1. Februar 2010, Torsten Wieland

Stichwörter:

Zu Beginn der Saison hatte ich mich sehr gefreut, dass Schalke 04 Lewis Holtby verpflichten konnte. Und nun ist er schon wieder weg. Mit spitzer Zunge kann man wohl „gewogen und für zu leicht befunden“ formulieren. Schade. Und wer ist eigentlich Mario Gavranovic?

Klein, wuselig, technisch gut, sympathisch – cooler Fußballer-Name. Lewis Holtby. Wenn die geschriebenen Zahlen stimmen war er Magaths Einkauf mit der höchsten Ablösesumme. Trotzdem kam er nur zu 9 Ligaeinsätzen, die im Schnitt gerade mal 30 Minuten dauerten. Als er in den beiden letzten Hinrundenspielen je ein Tor vorbereitete, glaubte ich an seine Chance. Aber auch in diesen Spielen nahm ihn Magath vorzeitig vom Feld, und in den ersten Spielen der Rückrunde war Holtby gar nicht dabei.

Holtbys Art steht für Schnelligkeit und Kreativität. Gerade Kreativität fehlte Schalke 04 in der bisherigen Saison häufig. Wenn der Trainer ihn dann trotzdem kaum Einsatzzeiten gibt und wenn er ihn nun sogar für anderthalb Jahre nach Bochum schickt, dann ist das ein schlechtes Zeichen für Lewis Holtby. Bestenfalls hält Magath ihn für noch nicht erstligareif. Das Geschäft mit Bochum ist damit auch ein Versuch, das in Holtby investierte Geld „lebendig“ zu halten und mit viel Hoffnung als Investition in die Zukunft zu sehen.

Schalke sucht den Superstar

Derweil wird die Rückrunde des FC Schalke 04 zur Casting-Show, wobei sich die interessantesten Episoden im Training abspielen dürften. Die „Vortänzer“ um Werner Leuthard („Man kann einen Witz auch mal brüllen“) machen die Jungs frisch, Bernd Hollerbach und Seppo Eichkorn schubsen sie mit Anweisungen in die gewünschte Richtung und am Schluss urteilt der Chef mit gewohnt trockenem Humor.

Neu dabei ist Mario Gavranovic von Xamax Neuchatel, 20 Jahre jung, Stürmer und Schweizer mit kroatischen Wurzeln, wie Ivan Rakitic. Gerade mal eine halbe Saison hat er nun in der Schweizer Super League gespielt, hat in 17 Einsätzen 8 mal getroffen. Bei Xamax trug er die 19 und er sieht aus wie man sich einen guten Stürmer vorstellt.
Und dann ist da noch Besart Ibraimi, 23, auch Stürmer. Und Bogdan Müller, 21, auch Stürmer. Der Chinese Hao (falls er mal trifft wird die Bild „Magaths China-Böller“ schreiben) ist 22 und auch irgendwo in der Offensive zu Hause, wenn stimmt was so geschrieben wird. Tore Reginiussen, 23, Verteidiger, durfte seinen nervösen Einstand gegen Hoffenheim schon hinter sich bringen. Und Edu gehört wohl auch noch zu dieser Gruppe der auf ihre Chance Hoffenden, er gibt den Alten, der weiß wie es ist in der Show, ein klassisches Filmmotiv. Allesamt Spieler die nicht sofort als Verstärkung gelten können, aus denen aber vielleicht was wird.

Magath ist ein Mann der tat. Er holt, siebt, gibt wieder ab. Findet er eine Perle, hat es sich gelohnt. Das klingt positiv, locker. Tatsächlich ist Magath auf Schalke aber auf diese Art der Vorgehensweise angewiesen. Spieler wie Kuranyi und wohl auch Farfan kann sich Schalke eigentlich nicht mehr leisten. Über kurz oder lang müssen sie ersetzt werden, und da auch für andere „sicher einschlagende“ Kicker kein Geld da ist, muss sich Magath seine Stars von morgen selbst heranziehen. Er sammelt Talent, hegt und pflegt, und hofft dass die Saat aufgeht. Geht sie auf, geht es Schalke gut. Wenn nicht, nicht. Wir werden sehen.



Foto: Tomek Bo

Nächste Seite »